
ZSB Bern


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Allgemeine Angaben zur Weiterbildung

Einführung

Systemisches Handeln ist ressourcen- und lösungsorientiert. Zur Lösung von Problemen werden menschliche Ressourcen mobilisiert (biologische, psychologische, soziale). Hierzu werden verschiedene Methoden aus den Bereichen der Psychotherapie, Psychiatrie, Pädagogik, Sozialarbeit und Medizin eingesetzt. Systemische Therapie und Beratung vereinigen Elemente unterschiedlicher Methodik, u.a. kognitive, behaviorale, pharmakologische, pädagogisch-edukative, imaginative, soziale.

Konzeptuelle und praktische Ausrichtung

Unsere Auffassung von Systemtherapie (ST) lässt sich wie folgt gewichten:
- ST orientiert sich an einer demokratisch-humanistischen Grundhaltung.
- ST basiert auf dem systemischen Verständnis von Prozessen und integriert unterschiedliche therapeutische Methodik und Technik.
- ST orientiert sich an Aufträgen, ist kundenorientiert und auf die pragmatische Lösung von menschlichen und zwischenmenschlichen Problemen ausgerichtet.
- ST zielt darauf ab, das signifikante Umfeld eines Patienten oder einer Patientin in den Therapieprozess einzubeziehen zum Zweck, problemerzeugende bzw. problemerhaltende Systemdynamiken umzuwandeln und stagnierte Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen.
- ST orientiert sich am Entwicklungspotential und am Wachstum von Menschen sowie an deren Fähigkeit zur Selbstorganisation. Sie zielt daher auf die Mobilisierung systemeigener Kräfte und Ressourcen ab.
- ST legt Hauptgewicht auf prozessdynamische, verhaltenstheoretische, kognitiv-emotionale und psycho-edukative Modelle.
- ST integriert Supervision, Intervision und Selbsterfahrung.
- ST impliziert eine gesellschaftlich geregelte, legitimierte und zeitlich definierte Dienstleistung.
Ethische Richtlinien

(Gemäss Schweizerische Gesellschaft für systemische Therapie und Beratung, SGS)
- Wir definieren die Beziehung zu unseren KlientInnen als professionelle Beziehung zwischen Auftraggeberlnnen und Therapeutlnnen/Beraterlnnen. Wir tragen die Verantwortung für die Professionalität unseres Umgangs mit Aufträgen und Auftraggeberlnnen.
- Wir schaffen Transparenz bezüglich unseres beruflichen und persönlichen Hintergrundes, unseres Arbeitsverständnisses, unserer Arbeitsform und unserer Mitgliedschaft in der SGS sowie über institutionelle und persönliche Bindungen, soweit diese für die betroffenen Personen und Institutionen von Bedeutung sind.
- Wir sind uns bewusst, dass wir in unserer Berufsrolle immer in Spannungsfeldern stehen und diese nicht auflösen können, sondern aushalten und kreativ gestalten müssen. Solche Spannungsfelder entstehen z.B. zwischen kritischer Distanz und Solidarität, zwischen institutionellem Auftrag und den Bedürfnissen der beteiligten Personen oder zwischen knappen Ressourcen und anstehenden Problemen.
- Wir achten die unantastbare Würde der Menschen, mit denen wir in Erfüllung eines Auftrages zu tun haben, deren situationsbedingte Möglichkeiten und Grenzen, wie auch deren Eingebundensein in ihre institutionellen Zusammenhänge.
- Wir sind uns der Abhängigkeit der Klientlnnen und somit der Gefahr des Missbrauchs bewusst. Insbesondere ist im Rahmen der therapeutischen und beraterischen Beziehung jede sexuelle Aktivität ausgeschlossen.
- Wir fördern verantwortliches Handeln. Wir achten die Eigenständigkeit der Klientinnen und Klienten insbesondere bezüglich Urteilsbildung und Entscheidung. Das entbindet uns nicht davon, kritisch Stellung zu nehmen, alternative Sichtweisen einzubringen und auf allfällige Folgen und Konsequenzen von Entscheiden hinzuweisen.
- Wir gewährleisten Verschwiegenheit. Die Weitergabe von Informationen bedarf grundsätzlich der Zustimmung der Beteiligten.
- Das SGS-Mitglied auferlegt sich in seiner Arbeit grösstmögliche Echtheit und Übereinstimmung zwischen seinen beruflichen Handlungsmaximen und der eigenen Lebenspraxis. Dazu gehört kontinuierliche Auseinandersetzung mit sich selbst sowie mit der beruflichen Tätigkeit in Form der kritischen Arbeitsreflexion (Intervision/Supervision).
- Wir geben der Optimierung des Beratungsprozesses gegenüber den eigenen ökonomischen Bedürfnissen den Vorrang. Das gilt bezüglich Intensität und Dauer des Beratungs- oder Therapieprozesses, aber auch im Blick auf die Weitergabe des Auftrags an andere Fachleute.
- Wir verpflichten uns, vor jeder Übernahme eines Auftrages, klare Honorarvereinbarungen zu treffen.

Weiterbildung: Mosaik aus Praxis, Theorie und Selbsterfahrung

Die Ausbildung ist ausgesprochen praxisbezogen. Es wird vorwiegend an praktischen Beispielen gearbeitet: mittels Videoband, im Rollenspiel, in der Live-Situation.

Familienrekonstruktion als Selbsterfahrung ist untrennbarer Teil der Ausbildung.

Schwerpunkte der Ausbildung liegen im Einüben von
- diagnostischen Fähigkeiten (Verhaltensmuster und Systemprozesse),
- interventiven Fähigkeiten (Strategien und Taktiken der Veränderung von Systemprozessen),
- allgemeinen Kommunikations- und Beziehungsfähigkeiten.
Die Theorievermittlung orientiert sich an diesen Schwerpunkten. So entsteht ein lebendiges Mosaik aus Praxis, Theorie und Selbsterfahrung.

Änderungen zur Verbesserung der Kurskonzeption bleiben vorbehalten.
Diese Weiterbildung verpflichtet zu striktem Datenschutz. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterzeichnen deshalb eine entsprechende Erklärung zur Schweigepflicht.

DozentInnen-Team

Alle Lehrkräfte am ZSB Bern weisen in ihrem Fach eine fundierte Berufsausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage aus und verfügen überwiegend über langjährige Erfahrung mit therapeutisch-beraterischem Problemlösen in komplexen Systemen.
Aktuelle Lehrkräfte in alphabetischer Reihenfolge (Wissen-Können, Selbsterfahrung, Supervision):
- Prof. Dr. phil. Dr. theol. Josef Duss-von Werdt, Luzern
- Dr. phil. Tony Eggel, Fachpsychologe für klinische Psychologie FSP, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Brig
- Dr. med. Madeleine Eggler, Fachärztin
Kinder- und Jugendpsychiatrie FMH, stv. Chefärztin KJPD, Bern
- Anna Elmiger Aatz, Psychotherapeutin, Bern
- Dr. phil. Katrin Endtner, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
- Prof. Dr. phil. Hugo Stefan Grünwald, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Zürich
- Christine Hofer-Pfeifer, Dipl. Sozialarbeiterin
HFS, Dipl. Soz.HFS, Einzel-, Paar-, Familientherapeutin, Sexologin
- Dr. med. FMH Therese Hofer, Fachärztin für Innere Medizin FMH, Bern
- Dr. med. Jürg Liechti, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, Bern
- Dr. med. Monique Liechti-Darbellay, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Bern
- Marcel Meier, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Bern
- Lic. phil. Andrea Perales-Wälti, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP sowie Fachpsychologin für Kinder- und Jugendpsychologie FSP
- Lic. phil. Martin Rufer, Fachpsychologe
für Psychotherapie FSP, sowie Kinder- und Jugendpsychologie FSP, Bern. Email:
martin.rufer@psychologie.ch
- Peter Ryser, Dipl. Soz. HFS, Organisationsberater,
Einzel-, Paar- und Familientherapie, Bern
- Lic. phil. Arlette Schärer, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, Verhaltenstherappppeutin
SGVT
- Lic. phil. Katharina von Steiger, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, Bern
- Regula Stünzi-Moesch, Dipl. Soz. HFS,
Einzel-, Paar- und Familientherapie, Bern
- Verena Tresch, Dipl. Soz. HFS, Wangen a. A.
- Lic. phil. Anatinna Trionfini, Fachpsychologin für Psychotheraphie FSP, Zürich
- Dr. med. Markus Vögelin, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Basel
- Dr. med. FMH Manuela Wälchli, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Bern
- Dr. med. Paul Zamboni, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Facharzt für Innere Medizin FMH, Bern
- Dr. med. Martin Zbinden, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Bern
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