ETHISCHE RICHTLINIEN

Gemäss SYSTEMIS.CH, Schweizerische Vereinigung für Systemische Therapie und Beratung

  1. Wir definieren die Beziehung zu unseren KlientInnen als professionelle Beziehung zwischen Auftraggeberlnnen und Therapeutlnnen/Beraterlnnen. Wir tragen die Verantwortung für die Professionalität unseres Umgangs mit Aufträgen und Auftraggeberlnnen.

  2. Wir schaffen Transparenz bezüglich unseres beruflichen und persönlichen Hintergrundes, unseres Arbeitsverständnisses, unserer Arbeitsform und unserer Mitgliedschaft in der SGS sowie über institutionelle und persönliche Bindungen, soweit diese für die betroffenen Personen und Institutionen von Bedeutung sind.

  3. Wir sind uns bewusst, dass wir in unserer Berufsrolle immer in Spannungsfeldern stehen und diese nicht auflösen können, sondern aushalten und kreativ gestalten müssen. Solche Spannungsfelder entstehen z.B. zwischen kritischer Distanz und Solidarität, zwischen institutionellem Auftrag und den Bedürfnissen der beteiligten Personen oder zwischen knappen Ressourcen und anstehenden Problemen.

  4. Wir achten die unantastbare Würde der Menschen, mit denen wir in Erfüllung eines Auftrages zu tun haben, deren situationsbedingte Möglichkeiten und Grenzen, wie auch deren Eingebundensein in ihre institutionellen Zusammenhänge.

  5. Wir sind uns der Abhängigkeit der Klientlnnen und somit der Gefahr des Missbrauchs bewusst. Insbesondere ist im Rahmen der therapeutischen und beraterischen Beziehung jede sexuelle Aktivität ausgeschlossen.

  6. Wir fördern verantwortliches Handeln. Wir achten die Eigenständigkeit der Klientinnen und Klienten insbesondere bezüglich Urteilsbildung und Entscheidung. Das entbindet uns nicht davon, kritisch Stellung zu nehmen, alternative Sichtweisen einzubringen und auf allfällige Folgen und Konsequenzen von Entscheiden hinzuweisen.

  7. Wir gewährleisten Verschwiegenheit. Die Weitergabe von Informationen bedarf grundsätzlich der Zustimmung der Beteiligten.

  8. Das SGS-Mitglied auferlegt sich in seiner Arbeit grösstmögliche Echtheit und Übereinstimmung zwischen seinen beruflichen Handlungsmaximen und der eigenen Lebenspraxis. Dazu gehört kontinuierliche Auseinandersetzung mit sich selbst sowie mit der beruflichen Tätigkeit in Form der kritischen Arbeitsreflexion (Intervision/Supervision).

  9. Wir geben der Optimierung des Beratungsprozesses gegenüber den eigenen ökonomischen Bedürfnissen den Vorrang. Das gilt bezüglich Intensität und Dauer des Beratungs- oder Therapieprozesses, aber auch im Blick auf die Weitergabe des Auftrags an andere Fachleute.

  10. Wir verpflichten uns, vor jeder Übernahme eines Auftrages, klare Honorarvereinbarungen zu treffen.