GRUPPENSELBSTERFAHRUNG

SYSTEMISCHE SELBSTERFAHRUNG IN DER GRUPPE

FAMILIENREKONSTRUKTION; STEFANIE ALMOSLÖCHNER UND KLEMENS MENZI (BETRIFFT WEITERBILDUNG SYSTEMISCHE PSYCHOTHERAPIE UND MAS ZSB)

Die eigenen Prägungen und deren Wirkungen und Wechselwirkungen werden dadurch verständlicher. Von Interesse sind dabei vor allem die Regeln, Sinngehalte, Verhaltensweisen und Kommunikationsmuster, die von einer Generation an die andere weitergegeben werden. Die Familienrekonstruktion ist eine diagnostische und therapeutische Methode, mittels welcher die spezifischen familiären Beziehungsmuster erkannt und räumlich-bildlich dargestellt werden können. Dabei geht es im Besonderen um die Nähe und Distanz zwischen den Familienmitgliedern, um familiäre Hierarchien und nonverbales Ausdrucksverhalten.

KONZEPT:

Ursprünglich ist die Familienrekonstruktion ein von Virginia Satir in den 1960iger Jahren entwickeltes Format, welches mithilfe verschiedenster Elemente eine mehrgenerationale Perspektive auf das eigene „Gewordensein“ zu gewinnen versucht. Die Mehrgenerationen-Familientherapie sieht Symptome u.a. als Resultanten gestörter Beziehungen und unverarbeiteter Konflikte in früheren Generationen, die in das Hier und Jetzt der Kernfamilie hineinragen, sich mit der Zeit verdichten und dann in symptomatischer Form zum Ausdruck kommen können. Daher bietet die Familienrekonstruktion eine Form von intensiver Selbsterfahrung vor dem Hintergrund der familiären Wurzeln. So wird dann auch das Familiensystem unter zwei Aspekten betrachtet, zum einen wird Augenmerk auf die gegenwärtige Familie der Klienten gelegt: Vater, Mutter, Geschwister, wichtige Verwandte (Herkunftsfamilie), zum anderen der Blick noch weiter nach hinten geöffnet auf die Herkunftsfamilien der Eltern der Klienten. Denn die jetzige Familie, Partnerschaft ist ein direkter Ausdruck dessen, was die Eltern gelernt und weitergegeben haben. Familiäre Beziehungsmuster können so sichtbar und erlebbar gemacht werden, so dass neue Handlungsspielräume und Entwicklungsmöglichkeiten ausgelotet werden können.

METHODEN:

In der Familienrekonstruktion werden verschiedene methodische Elemente angewendet:

  • der Familienstammbaum oder das Genogramm

  • die Chronologie der Familienereignisse

  • das Beziehungsrad

  • die Familienskulptur

  • Systemaufstellungen

ZIELE:

Ziele dieser Selbsterfahrung können die folgenden sein:

  • ein Wachstum und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

  • eine selbstverantwortliche und selbstbewusste Haltung im Umgang mit der eigenen Geschichte, den eigenen Ressourcen, Fähigkeiten und Leistungen

  • das Erfahren verschiedensten Familiensysteme innerhalb der Gruppe, mit ihren unterschiedlichen Themen, Mustern und Bewältigungsstrategien

  • das Kennenlernen verschiedener Lösungsmöglichkeiten unter Anwendung systemisch-konstruktivistischer Sprache

  • die Entwicklung eines ressourcenorientierten Blicks auf die eigene Herkunftsfamilie

  • eine Rekonstruktion dessen was war und was ist. Damit eine Dekonstruktion hinderlicher Lebenserfahrungen, dysfunktionaler Muster und Bewältigungsstrategien, und somit eine Neukonstruktion persönlicher Autonomie und innerer Verbundenheit. 

  • ausserdem ein sensibles Wahrnehmen und Erkennen der Bedeutung historischer Ereignisse und politischer Verhältnisse für innerfamiliäre Beziehungen

ZEITLICHER UMFANG:

Die Selbsterfahrung in Familienrekonstruktion dauert zirka 1 Jahr und umfasst:

  • einen Einführungsabend und 4 Seminare

  • je 2 zusammenhängende Tage

  • im Abstand von zirka 2 Monaten

  • insgesamt 100 Einheiten à 45 Minuten Selbsterfahrung

KURSDATEN/AUSSCHREIBUNGEN

FR 4 (es hat noch Plätze frei!)

Einführungsabend: Donnerstag, 04.06.2020

Seminare: 07.-09.10.2020 / 25.-27.11.2020 / 03.-05.02.2021 / 24.-26.03.2021

FR 5

Einführungsabend: Donnerstag, 03.12.2020

Seminare: 14.-16.04.2021 / 16.-18.06.2021/ 01.-03.09.2021 / 27.-29.10.2021

AGB

Allgemeine Geschäftsbedingungen «Familienrekonstruktion»

ANMELDUNG

Schriftlich an:

ZSB Bern, Villettemattstrasse 15, Sekretariat, 3007 Bern

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